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Jugendvergleichsfliegen 2013 in Bonn

Jugendvergleichsfliegen 2013 in Bonn-Hangelar

 

 

Nach einigen Jahren Pause entschieden wir uns, wieder am Jugendvergleichsfliegen in Bonn teilzunehmen. Bei diesem kleinen Wettbewerb unter Jugendlichen geht es nicht nur um die Teilnahme am Bundesvergleichsfliegen in Sachsen-Anhalt, sondern auch um den Spaß und das Kennenlernen der Mitflieger.

 

Allerdings konnte jeder Verein aus NRW nur einen Piloten als Teilnehmer anmelden, sodass wir bei uns in Lünen eine Vorausscheidung fliegen mussten. Also traten Jan, Goertz und ich gegeneinander an. Nach drei Flügen konnte ich die Ausscheidung dann knapp gewinnen – ein Pilot für Bonn stand also schon mal fest.

 

Doch welchen Flieger nehmen wir mit nach Bonn? Und wer nimmt den Hänger mit?

 

Wir brauchen ein Flugzeug das sich gut transportieren, einfach aufrüsten und leicht fliegen lässt. Unsere Wahl fällt schnell auf den Junior D-8305 und Jan erklärt sich bereit, alle fünf (Goertz, Lukas, Jan, mich und den Junior) nach Bonn zu fahren.

 

 

 

Am Freitag, den 19.9. soll es losgehen. Schnell alle Papiere heraussuchen, den Anhänger checken und die Ausrüstung einpacken. Noch heute soll jeder Teilnehmer in Bonn schon einen Flug mit einem dortigen Fluglehrer machen um am Samstag keine Zeit zu verlieren. Doch unser Fahrer steht noch im Stau. Dann können wir endlich losfahren, wenn auch später als geplant.

 

Bei unserem Glück fahren wir nicht nur verspätet los, sondern bleiben auch direkt in Dortmund wieder im Stau stecken. Das wäre nicht so schlimm, wenn die Sonne nicht um 19:36 untergehen würde und die Segelflieger nicht nur bei Tageslicht fliegen dürften!

 

Zum Glück löst sich der Stau schneller auf als erwartet und wir haben bald wieder freie

Fahrt. Eine gute Stunde später kommen wir in Bonn an, allerdings ist das Flugplatzgelände ziemlich unübersichtlich und wir fragen uns durch. Schließlich haben wir die Zeltstadt des Vergleichsfliegens in Sicht und bringen den Junior an seinen Stellplatz.

 

Endlich sitze ich im Flugzeug zu meinem Einweisungsstart, wenn auch ziemlich kaputt. Es ist kurz vor halb acht. Ich lasse mir während des Fluges die Gegebenheiten des Flugplatzes und des Luftraumes erklären und lande wenig später wieder in Bonn.

 

Am selben Abend findet noch ein Briefing, also eine Besprechung statt, bei der die Regeln und Zeitpläne bekannt gegeben werden. Morgen soll der Flugbetrieb um acht Uhr beginnen, also bauen wir unsere Zelte auf und lassen den stressigen Tag am Zeltplatz mit den Mitfliegern ausklingen.

 

Am Samstag rüsten wir direkt nach dem Frühstück unseren Flieger auf und checken ihn. Neben uns steht ein anderer Junior aus Köln, was sich später zu einem kleinen Wettbewerb um den besseren Junior entwickelt :)

Noch ist es trocken und wir schieben das Flugzeug an die erste Startposition. Den ersten Start des Wettbewerbs mache allerdings nicht ich, sondern eine LS 4 aus Bonn.

Doch ich bin Startnummer zwei.

 

Schon beim Anrollen treffen erste Tropfen meine Haube, aber noch ist der Regen kein Problem. Der Start verläuft problemlos und auch die geforderten Übungen über dem Platz klappen gut, obwohl es schon ein anderes Gefühl ist wenn man weiß, dass eine fünfköpfige Jury auf jedes Detail achtet und auch die restlichen Teilnehmer mich beobachten. In der Landung wird der Regen stärker, die Tropfen dicker. Ich verzichte lieber auf den geforderten Seitengleitflug und versuche möglichst genau und sauber zu landen, was durch die schlechten Sichtbedingungen und die beschlagene Haube aber leider nur halbwegs gelingt.

 

Nach diesen zwei Flügen wird der Flugbetrieb für eine Stunde unterbrochen, um den Regen abzuwarten. Hinzu kommt, dass der Wind gedreht hat und wir unseren Flieger wie auch die 27 anderen Teilnehmer knapp zwei Kilometer ans andere Ende des Platzes schieben dürfen.

 

Der Zweite von drei geplanten Flügen verläuft noch besser als der Erste. Diesmal kann ich bei besseren Wind- und Wetterbedingungen sogar einen stabilen Seitengleitflug einleiten. Aus dem will ich auch gar nicht mehr heraus, was dazu führt dass ich etwas zu kurz lande und ordentlichen Punktabzug bekomme.

 

Anschließend schieben wir alle Flieger wieder zwei Kilometer zurück an ihre Ausgangsposition, der Wind hat wieder gedreht. Jan erfand übrigens an diesem Tag den Begriff „Jugendvergleichsschieben“, was die Veranstaltung ganz gut beschrieb.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank fürs Fahren, Schieben, Ab- und Aufrüsten!

 

Meine Hoffnung, beim dritten und letzten Start noch einmal ein paar Punkte gutzumachen, gebe ich auf als die Jury beschließt den letzten Durchgang auf morgen zu verschieben.

Also packen wir unsere Sachen, rüsten den Junior ab und bereiten uns auf die Party am Abend vor.

 

Am nächsten Morgen erfahren wir, dass es keinen dritten Wertungsdurchgang geben wird. Das Wetter ist unverändert wechselhaft und wir sind froh, den Junior schon abgerüstet zu haben. Dann versammeln sich alle Piloten, Helfer und Jurymitglieder zur Siegerehrung. Die Jury fängt mit den hinteren Plätzen an und von Platzierung zu Platzierung steigt die Spannung – immerhin fahren die besten drei Piloten nach Sachsen-Anhalt um sich dort auf bundesweiter Ebene mit neuen Konkurrenten zu messen! Mein Name und der unseres Vereins fällt bei Platz 9 von 27 Teilnehmern.

 

Damit bin ich für den allerersten Wettbewerb sehr zufrieden, obwohl bei punktgenauen Landungen vielleicht noch mehr drin gewesen wäre ;)

 

Da wir jetzt wissen wie ein Jugendvergleichsfliegen abläuft, haben wir Lust auf mehr bekommen und nehmen nächstes Jahr wieder Teil, vielleicht sogar mit mehreren Piloten der FSG Lünen...

 

 

Freddy